Güterzug in Neu-Ulm verunglückt

Erster großer Einsatz beim Bahnunglück eines Güterzuges in Neu-Ulm Unterführung nach dem Bahnhof Neu-Ulm.

Im Gefälle vor Ulm bemerkte der Triebwerkführer des mit 1300t Koks beladenen Güterzugs von Stuttgart dass von den Bremsen seines Zuges nur die der Lok und eines Wagen funktionieren. Er gab daraufhin Warnsignale, so dass der Zug auf ein freies Gleis durch den Ulmer Hauptbahnhof geleitet werden konnte.

Nachdem er mit ca 100 km/h die Donaubrücke passiert hatte, fuhr er in Neu Ulm auf einen gerade angefahrenen Personenzug, an dessen Ende sich zwei Wohnwagen mit Artisten des Zirkus A. Fischer befanden, auf. Während die Lok des Güterzugs auf eine Straße hinabstürzte, entgleisten dabei ca. 35 Güterwagen und bildeten einen Trümmerhaufen aus Stahl und ca. 600t Koks.

Die Presse berichtete zwischen dem 01.11. und dem 05.11.1955 vom "Todeszug durch Ulm"

Die Bergungsarbeiten dauerten mehrere Tage an. Das THW schaufelte tonnenweise Koks von Straßen und Zufahrtswegen und zerlegte mit Brennschneidgeräten den havarierten Zug, da dieser nicht wieder auf die Gleise gesetzt werden könnte. Der gesamte Ortsverband war in einem Schichverfahren eingesetzt. Mangels Fahrzeugen wurden Kranwägen und Transportfahrtzeuge in umliegenden Bauunternehmen geliehen und auch ein ausrangierter Bergepanzer der US-Army wurde zur Hilfe geholt, um die schweren Trümmerteile auseinander zu ziehen.

Im Gerichtsverfahren wurden Zugführer und Triebwerksführer des Kokszuges beschuldigt, in Plochingen eine zweite vereinfachte Bremsprobe unterlassen zu haben. Sie wurden jedoch freigesprochen, da keine Beweise vorlagen und auch andere Ursachen für die Bremsstörung nicht auszuschließen waren.