Pumpen lernen schwimmen

Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung (FGr. N) und Wassergfahren (FGr. W) üben Bau und Betrieb einer schwimmenden Pumpen-Arbeitsplattform

Nach einer kurzen Lagebesprechung im Ortsverband ging es für die insgesamt 15 Helferinnen und Helfer der beiden Fachgruppen, unter Anleitung der beiden Gruppenführer, am Samstagmorgen an das Verladen des benötigten Materials und die Herstellung der Abfahrbereitschaft.
Mit den Fahrzeugen GKW II, MLW, ÖGA Pumpe und dem geländegängigen LKW mit Ladekran (LKW Lkr) sowie den Anhängern SEA 66 kVA, MzB Nelly und dem Schlauchboot im Schlepptau ging es anschließend zum ca. 12 km entfernten Einsatzort bei Thalfingen an der Donau.

Am Einsatzort angekommen erfolgte zunächst eine Unterweisung der FGr. N über das sichere Arbeiten am und auf dem Wasser, sowie das korrekte Anlegen der Rettungsweste. Parallel dazu wurden durch die FGr. W zunächst das MzB "Nelly" und das Schlauchboot über die Slipanlage in die Donau eingewassert und einsatzbereit gemacht, um den Rettungsdienst auf dem Wasser zur Verfügung zustellen. Dieser ist bis zum Ende der Übung besetzt und in ständiger Alarmbereitschaft, um im Notfall eine ins Wasser gefallene Person retten oder abgetriebenes Material abfangen zu können.

Nach dem Vorbereiten der Materialablage im Uferbereich durch die unterschiedlichen Trupps wurden nach einer kurzen Einweisung die JetFloat-Elemente mit dem Ladekran abgeladen und am Ufer zum Aufbau der Pumpplattform vorbereitet. Der eigentliche Zusammenbau erfolgte dann auf dem Wasser, zum Einsatz kamen hierfür insgesamt 40 m² des JetFloat-Systems unseres Ortsverbandes. Anschließend wurden über dem 2 x 2 Meter messenden "Pumpenloch" zwei Rundhölzer zur Aufnahme der Pumpen festgezurrt und die Pumpen daran dann an Arbeitsleinen so tief zu Wasser gelassen, dass sie in ca. 1 Meter Wassertiefe ansaugen konnten.

Insgesamt versorgte die SEA (Stromerzeugungsaggregat) der FGr. N die 7 Pumpen mit einer Leistung von ca. 20 kW und stellte damit eine Gesamt-Pumpleistung von ca. 7700 Liter pro Minute sicher.

Nach dem Mittagessen ging es dann für alle Helferinnen und Helfer mit beiden Booten noch eine Runde auf die Donau. Auf dem Programm standen hier kurze Einweisungen in das Verhalten auf Wasserfahrzeugen, das manuelle Bewegen eben dieser, sowie das Erkunden von unbekannten Gewässern. Hier kam auch das SideScan Sonar der FGr. W zum Einsatz und machte die unsichtbaren Untiefen in diesem Donaubereich und auch einige interessante Objekte unter Wasser sichtbar.
Nach dem Rückbau erfolgte die Rückverlegung in den Ortsverband und das Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft.

Der Ortsverband Ulm verfügt über insgesamt 120 m² JetFloat-System samt Zubehör. In Kombination mit den Pumpen des Ortsverbandes können hiermit z.B. schwimmende Konstruktionen zum Gewinnen von Frischwasser (in Ufernähe sammelt sich bei vielen Gewässern Brackwasser und Müll), Abpumpen oder Pegelhalten in Gewässern oder zum Wassertransport über einen Fluss oder See aufgebaut werden. Die Plattform könnte für einen Dauerbetrieb zudem auch noch mit einem Geländer gesichert werden.