Gefahrguteinsatz auf der Autobahn

Spezialisten des Ortsverbandes rücken aus, um Gefahrstoffe zu beseitigen.

Durch einen verunglückten Gefahrguttransporter auf der A8, höhe Merklingen in Fahrtrichtung Stuttgart, wurden in der Nacht zum 16. Dezember die Helfer des Ortsverbandes aus dem Schlaf gerissen.

Wenige Minuten nach der Alarmierung, um 23:53 Uhr, waren die Helfer der Fachgruppe Räumen sowie der 2. Bergegruppe einsatzbereit und rückten kurz darauf vom Hof in Richtung Unfallort.

Der verunglückte Lastwagen, der mit rund 4t stark ätzender Kaliumhydroxidlauge beladen war, geriet während der Fahrt in Brand. Der Fahrer,der das Feuer früh genug im Fahrerhaus bemerkte, konnte das Zuggespann auf dem Standstreifen abstellen und Hilfe alarmieren. Wenige Minuten später waren Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort. Die Gefahr durch die auslaufende Ladung und auch das Feuer konnten schnell unter Kontrolle gebracht werden. Jedoch stand fest, dass schweres Gerät nötig sein wird für den späteren Abtransport des havarierten LKWs.

Die Gefahr in der Luft durch die reagierende Lauge war weder zu riechen, noch zu sehen. Vorsichtsmaßnamen in Form von geeigneter Schutzkleidung und Atemschutz waren Vorraussetzung für den Einsatz und zeigten auf, wie wichtig diese Spezialausbildungen im Zuge der heutigen Katastrophen sind.
Nach den Löschmaßnahmen kam das THW unterstützend zum Einsatz und machte für die Feuerwehren den direkten Weg zum LKW frei, um den Inhalt der noch verbleibenden, intakten Fässer in ein anderes Fahrzeug abzupumpen und das Wrack für den Abschleppvorgang vorzubereiten. Mittels des Zettelmeyer-Radladers der Fachgruppen Räumen wurden Mengen an verbrannten Wrackteilen und Fragmenten der verladenen, aber durch das Feuer beschädigten, Transportbehälter beiseite geschafft und so die Autobahn von Trümmern befreit. Die Arbeit bis zum endgültigen Abtransport erfolgte Hand in Hand zwischen THW und Feuerwehren vor Ort.

Nach dem erfolgreichen Einsatzende gegen 7:00 Uhr in der Früh wurde die Autobahn wieder freigegeben und knapp tausend aufgestaute Autos konnten ihren Stundenlang unterbrochenen Weg fortsetzen. Bei dem Einsatz wurden drei Feuerwehrleute leicht verletzt, weiterer Personenschaden war glücklicherweise nicht zu vermelden.