Nachtübung der Spezialkräfte

Ausgebildete CBRN-Helfer üben behelfsmässige Dekontamination unter erschwerten Bedingungen.

Nach Einsätzen in gefährlichen Atmosphären ist es zwingend erforderlich die eingesetzten Kräfte von den Gefahrstoffen zu befreien; zu dekontaminieren. Speziell für den Einsatz unter Chemischer, Biologischer, Radiologischer und Nuklearer (CBRN) Gefahr bildet das THW spezialisierte Kräfte aus, so auch im Ortsverband Ulm. Der Betrieb von Dekontaminstionsstellen ist dabei eine der Einsatzoptionen für derartige Helfer.

Schwerpunkt der Übung war es, eine behelfsmässige Dekonstelle für Personen aufzubauen, um restliche Giftstoffe von den Schutzanzügen der eingesetzten Helfer zu entfernen. Das benötigte Material hierfür wird auf dem Gerätekraftwagen (GKW) der Bergungsgruppe mitgeführt und ist damit jederzeit einsetzbar. Die Funktionsweise ist verhalten einfach, an insgesamt 4 Stationen warten jeweils 2 Helfer und führen genau eine Aufgabe aus. Die zu dekontaminierende Einsatzkraft folgt dabei den Anweisungen an der jeweiligen Station, um eine Kontaminationsverschleppung zu vermeiden.

Schritt 1:
Schuhe von grobem Schmutz befreien. Ggf. wird zuvor das Atemschutzgerät durch einen Filter ersetzt.

Schritt 2:
Reinigung des Anzugs durch Einschäumen und Abspülen der Einsatzkräfte mithilfe einer Wanne aus Leiterteilen, Spanngurten und einer säurefesten Plane.

Schritt 3:
Unterstütztes Ausziehen der Schuhe und des Anzugs. Hier wird vor allem darauf geachtet, dass die Einsatzkfraft nicht selbst in den Anzug greift oder Schmutz verbreitet.

Schritt 4:
Maske Ablegen.

Die Kontamination wurde bei der Übung mit UV-Pulver dargestellt, sodass eine Verschleppung oder Verschmierung im Nachgang erkennbar ist. Um den Leistungsdruck zu erhöhen fand die Übung zu erschwerten Bedingungen statt: bei Nacht, bei Schlafentzug und spontan. Der Erfolg der Übung also wahrhaftig messbar.