Hochwasser in Bosnien

Ulmer THW entsendet Auslands-Experten in das Kriesengebiet.

Ausgelöst durch ein verheerendes Hochwasser der Save forderte die Regierung von Bosnien und Serbien internationale Hilfe an. Das THW stelle hierfür Hochleistungspumpen und Trinkwasseraufbereitungsanlagen zur Verfügung. Gewaltige Flächen waren von Wasser, Schlamm und Gefahrstoffen überschwemmt und so waren nicht nur Häuser und Infrastruktur betroffen sondern auch die Trinkwasserqualität.

Da unser Einsatzgebiet in einer ehemaligen Hauptkampflinie des Bosnienkriegs verlief bekamen wir zunächst im UN Koordinierungszentrum OSOCC (On-Site Operations Coordinations Centre) durch einen Offizier des österichischen Bundesheers ein intensive Einweisung zur Mienengefahr und das richtige Verhalten.

Als Ablöseteam übernahmen wir zwei Aufbereitungsstandorte und mehrere Abgabestellen im Bereich der Stadt Brcko. An beiden Standorten bauten wir die bis dahin betriebenen Bergefeldanlagen ab und ersetzten sie durch fabrikneue Ultrafiltrationsanlagen mit einer Leistung von jeweils 5000 Ltr. in der Stunde. Parallel dazu wurden weitere betroffene Gebiete auf Einsatzoptionen hin erkundet und öffentliche Brunnen im Bezug auf Wasserqualität beprobt. Da das produzierte Wasser als Nahrungsmittel ausgegeben wird muss auch hier die Qualität des produzierten und abgegebenen Wassers fortlaufend kontrolliert werden. Hierfür stand eine Laborausstattung, die Bestandteil der SEEWA (Schnelleinsatzeinheit Wasser Ausland) Ausstattung ist, zur Verfügung.

Die Aufbereitungsstandorte waren zum einen ein Marktplatz in Belinja und zum anderen ein Schulhof in Bresovopolje. Für die Schüler waren wir ein beliebter Treffpunkt und so entwickelten sich bald freundschaftliche Beziehungen die auch über die Einsatzzeit hinaus bestehen – wie immer macht einen ein Einsatz in mancher Hinsicht reicher.