Unterstützung in Blaustein

Kritische Bumfällung in Schräglage am Löwenfelsen durch das THW

Für eine solche Aufgabe haben weder der Bauhof noch das für die Gemeinde tätige Landschafspflegeunternehmen die notwendigen Kenntnisse und Geräte: Das Fällen von zwei mächtigen Kiefern am Steilhang des Blausteiner Löwenfelsens war ein Fall für das Technische Hilfswerk (THW). Am Samstag rückten sieben Männer und eine Frau vom THW-Ortsverband Ulm an – ausgerüstet mit Seilen, Motorsägen und Stahlseil-Zugvorrichtungen, so genannten Greifzügen.

Bevor die Säge an die 70 Zentimeter starken Stämme gelegt wurde, mussten Einsatzleiter Walter Link und seine Leute die Bäume mit Seilen sichern. Denn sie durften nicht in Richtung der unten stehenden Häuserreihe abrutschen. Eine der Kiefern drehte sich beim Fällen und fiel gegen den Fels anstatt auf den Steilhang. Dank der Sicherung kein Problem. „Wir hatten ja mit möglichen Komplikationen gerechnet“, sagte Link. Mit der Forst-Seilwinde des Bauhofs wurden die Bäume nach oben gezogen und erst an einer leichter zugänglichen Fläche zerkleinert. Das Stammholz wurde an einen Anwohner verkauft, das Grüngut gehäckselt.

Elke Bossert, die Umweltbeauftragte der Gemeinde Blaustein, hatte die Aktion vorbereitet. Sie musste von der IHK eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen lassen, die bestätigt, dass kein privates Unternehmen die Aufgabe erledigen kann. Nur mit diesem Papier dürfen die Ehrenamtlichen des THW tätig werden. Notwendig war auch eine Freigabe der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt, denn das Fällen und Roden von Bäumen und Sträuchern ist zum Schutz von brütenden Vögeln normalerweise vom 1. März bis zum 30. September verboten.

Die Aktion am Löwenfelsen ist ganz im Sinne des Naturschutzes. Der Trocken- und Magerrasen soll offen bleiben, nur dann blühen dort Pflanzen, die auf viel Sonne und mageren Untergrund angewiesen sind. „Wir denken über eine Beweidung nach“, sagte Bossert. Möglicherweise ist aber der Hang zu steil. Schafe können ja nicht wie die THW-Helfer angeseilt werden.

Quelle: Südwest Presse Ulm